Kategorien-Archiv Symbolische Programmierung

BAD GUY: Eine akusmatische Studie

Abstract:

Inspiriert vom „Infinite Bad Guy“ Projekt und all den sehr unterschiedlichen Versionen, wie manche Leute ihre Fantasie zu diesem Song beflügelt haben, dachte ich, vielleicht könnte ich auch damit experimentieren, eine sehr lockere, instrumentale Coverversion von Billie Eilish’s „Bad Guy“ zu erstellen.

Betreuer: Prof. Dr. Marlon Schumacher

Eine Studie von: Kaspars Jaudzems

Wintersemester 2021/22
Hochschule für Musik, Karlsruhe

Zur Studie:

Ursprünglich wollte ich mit 2 Audiodateien arbeiten, eine FFT-Analyse am Original durchführen und dessen Klanginhalt durch Inhalt aus der zweiten Datei „ersetzen“, lediglich basierend auf der Grundfrequenz. Nachdem ich jedoch einige Tests mit einigen Dateien durchgeführt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass diese Art von Technik nicht so präzise ist, wie ich es gerne hätte. Daher habe ich mich entschieden, stattdessen eine MIDI-Datei als Ausgangspunkt zu verwenden.

Sowohl die erste als auch die zweite Version meines Stücks verwendeten nur 4 Samples. Die MIDI-Datei hat 2 Kanäle, daher wurden 2 Dateien zufällig für jede Note jedes Kanals ausgewählt. Das Sample wurde dann nach oben oder unten beschleunigt, um dem richtigen Tonhöhenintervall zu entsprechen, und zeitlich gestreckt, um es an die Notenlänge anzupassen.

Die zweite Version meines Stücks fügte zusätzlich einige Stereoeffekte hinzu, indem 20 zufällige Pannings für jede Datei vor-generiert wurden. Mit zufällig angewendeten Kammfiltern und Amplitudenvariationen wurde etwas mehr Nachhall und menschliches Gefühl erzeugt.

Akusmatische Studie Version 1

Akusmatische Studie Version 2

Die dritte Version war eine viel größere Änderung. Hier werden die Noten beider Kanäle zunächst nach Tonhöhe in 4 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe umfasst ungefähr eine Oktave in der MIDI-Datei.

Dann wird die erste Gruppe (tiefste Töne) auf 5 verschiedene Kick-Samples abgebildet, die zweite auf 6 Snares, die dritte auf perkussive Sounds wie Agogo, Conga, Clap und Cowbell und die vierte Gruppe auf Becken und Hats, wobei insgesamt etwa 20 Samples verwendet werden. Hier wird eine ähnliche Filter-und-Effektkette zur Stereoverbesserung verwendet, mit dem Unterschied, dass jeder Kanal fein abgestimmt ist. Die 4 resultierenden Audiodateien werden dann den 4 linken Audiokanälen zugeordnet, wobei die niedrigeren Frequenzen kanale zur Mitte und die höheren kanale zu den Seiten sortiert werden. Für die anderen 4 Kanäle werden dieselben Audiodateien verwendet, aber zusätzliche Verzögerungen werden angewendet, um Bewegung in das Mehrkanalerlebnis zu bringen.

Akusmatische Studie Version 3

Die 8-Kanal-Datei wurde auf 2 Kanäle in 2 Versionen heruntergemischt, einer mit der OM-SoX-Downmix-Funktion und der andere mit einem Binauralix-Setup mit 8 Lautsprechern.

Akusmatische Studie Version 3 – Binauralix render

Library „OM-LEAD“

Abstract:

Die Library „OM-LEAD“ ist eine Library für regelbasierte, computergenerierte Echtzeit-Komposition. Die Überlegungen und Ansätze in Joseph Brancifortes Text „FROM THE MACHINE: REALTIME ALGORITHMIC APPROACHES TO HARMONY AND ORCHESTRATION“ sind Ausgangspunkt für die Entwicklung.

Momentan umfasst die Library zwei Funktionen, die sowohl mit CommonLisp, als auch mit schon bestehenden Funktionen aus dem OM-Package geschrieben sind.

Zudem ist die Komposition im Umfang der zu kontollierenden Parametern, momentan auf die Harmonik und die Stimmführung begrenzt. 

Für die Zukunft möchte ich ebenfalls eine Funktion schreiben, welche mit den Parametern Metrik und Einsatzabstände, die Komposition auch auf zeitlicher Ebene erlaubt.

Entwicklung: Lorenz Lehmann

Betreuung und Beratung: Prof. Dr. Marlon Schumacher

Mein herzlicher Dank für die freundliche Unterstützung gilt Joseph Branciforte und 

Prof. Dr. Marlon Schumacher.

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SPCL – 2a) Variablen, Scoping

In dieser Einheit haben wir uns mit Variablen und Scoping (Gültigkeitsbereichen) beschäftigt. Insbesondere haben wir Konzepte zu lexicalische vs dynamische, sowie lokale vs. globale Gültigkeitsbereiche studiert. Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung. Im Zshg. mit diesem Thema findet sich am Ende des Beitrags noch ein interessantes Video zum Lambda Calculus, bzw. dem Unterschied zwischen zustands-basierten (state-based) und funktionalen (functional) Sprachen.

Variablen

Lokale Variablen

  • let => erzeugt lokale, lexikalische  Variablen. Beispiel:

(let ((x 5) (y 10))
(+ x y)
)

=> 15 ;  x und y können innerhalb des let-statements benutzt werden

Globale Variablen:

  • defvar => erzeugt Variable und weist einen Wert zu, allerdings nur wenn die Variable noch nicht definiert wurde. Beispiel:

(defvar *mydefvar* 'something)

  • defparameter => erzeugt Variable und weist ihr einen Wert zu. Beispiel:

(defparameter *mydefparameter* 'anotherthing)

  • defconstant => erzeugt eine Konstante. Beispiel:

(defconstant +pi+ 3.14)

; => globale Variablen sind (wie der Name schon sagt) global existent und überall benutzbar. PS Bitte beachten Sie die “earmuffs” Notation für globale *Variable*, bzw. +Konstanten+.

(* +pi+ 2)

=> 6.28

Setz-Operatoren

Die Werte von existenten lexikalischen und dynamischen Variablen lassen sich mit Setz-Operatoren (set, setq, setf) setzen*.

(let ((something 2.3))
(setq something 1)
(print  something)
)

; => “1”

(setq *mydefparameter* 5.0)
(print *mydefparameter*)

; => “5”

*Konstanten können nicht mit Setz-Operatoren verändert oder mit neuen Werten gebunden werden. Beispiel:

(setf  +pi+ 1.0) ; => ERROR

Lexikalisch (statisch)  vs  Dynamisch (special) 

  • Lexikalisch: Der Wert der Variablen wird durch den umgebenden Text (also “räumlich”) der Funktionsdefinition bestimmt. Beispiel:

(let ((x 5))
          (defun return-x () x)
)

(let ((x 10))
         (return-x)
)

=> 5 ;   der Wert von x aus der Umgebung der Funktionsdefinition

  • Dynamisch: Der Wert der Variablen wird zur Funktionslaufzeit (also zeitlich) bestimmt. Beispiel:

(defparameter *x* 5)

(defun return-x () *x*)

(setf *x* 10)

(return-x)

=> 10 ; der Wert von *x* zur Laufzeit der Funktion

Closures

Als Closure wird ein Konstrukt (Umgebung und Funktionsdefinition) bezeichnet, welches Funktionen Zugriff auf (lexikalische) Variablen erlaubt, die ausserhalb der Funktionsdefinition selbst, jedoch innerhalb des lexikalischen Scopes in der die Funktionen definiert wurden, gebunden sind. Beispiel:

(let ((number 10))
           (defun add1 () (incf number))
(defun sub1 () (decf number))
)

(add1) , => 11, 12, 13, ...

(sub1), => 9, 8, 7, ...

; Obwohl die Variable ‘number’ nicht innerhalb der Funktionen add1 und sub1 definiert wurde, kann Sie dennoch verwendet (und verändert) werden.

Für mehr Lektüre zu Variablen und Scoping empfehle ich Ihnen dringend diesen sehr guten Text:

http://www.gigamonkeys.com/book/variables.html

Hier eine Beschreibung aus Wikipedia:

Lexical scope vs. dynamic scope

A fundamental distinction in scoping is what “part of a program” means. In languages with lexical scope (also called static scope), name resolution depends on the location in the source code and the lexical context, which is defined by where the named variable or function is defined. In contrast, in languages with dynamic scope the name resolution depends upon the program state when the name is encountered which is determined by the execution context or calling context. In practice, with lexical scope a variable’s definition is resolved by searching its containing block or function, then if that fails searching the outer containing block, and so on, whereas with dynamic scope the calling function is searched, then the function which called that calling function, and so on, progressing up the call stack.[4] Of course, in both rules, we first look for a local definition of a variable.

Most modern languages use lexical scoping for variables and functions, though dynamic scoping is used in some languages, notably some dialects of Lisp, some “scripting” languages like Perl, and some template languages.[c] Even in lexically scoped languages, scope for closures can be confusing to the uninitiated, as these depend on the lexical context where the closure is defined, not where it is called.

Lexical resolution can be determined at compile time, and is also known as early binding, while dynamic resolution can in general only be determined at run time, and thus is known as late binding.

SPCL – 1) Formen, S-Expressions, Funktionen

Einführung in die Sprache Common LISP

In dieser Unterrichtseinheit wird die Sprache Common LISP eingeführt. Hierzu betrachten wir Besonderheiten dieser Sprache, insbesondere die Syntax: sog. „S-Expressions“ (symbolic expressions) und Prefix (oder „Polish“) Notation. Des Weiteren befassen wir uns mit dem Konzept der  Evaluierung von Formen unter Berücksichtigung der Äquivalenz von Daten und Funktionen: „A lisp form is a lisp datum that is also a program, that is, it can be evaluated without an error.

Wir haben uns mit der Evaluierungsreihenfolge studiert. Lisp evaluiert Formen rekursiv. Hierzu ein kleines Beispiel aus diesem online LISP Tutorial. Folgende form soll evaluiert werden:

(+ 33 (* 2.3 4)) 9)

  1. The + function is looked up.
  2. 33 is evaluated (its value is 33).
  3. (* 2.3 4) is evaluated:
    1. The * function is looked up.
    2. 2.3 is evaluated (its value is 2.3)
    3. 4 is evaluated (its value is 4)
    4. 2.3 and 4 are passed to the * function.
    5. The * function returns 9.2. This is the value of (* 2.3 4).
  4. 9 is evaluated (its value is 9).
  5. 33, 9.2, and 9 are passed to the + function.
  6. The + function returns 51.2. This is the value of (+ 33 (* 2.3 4) 9).
  7. The Lisp system returns 51.2.

Wir haben sodann verschiedene Datentypen kennengelernt: symbols, floats, integers und ratios.

Wir haben unsere ersten Programmierversuche gestartet und unsere ersten kleinen LISP forms geschrieben. Dabei haben wir sog. „primitive functions“ (Funktionen, die bereits in der Sprache implementiert sind) verwendet, um Operationen mit Daten auszuführen. Diese waren: (*für die u.s. Tabellen nehmen wir an, die  Variable A hätte den Wert 10 und Variable B den Wert 20) :

Arithmetische Operatoren

+, -, *, /, mod, rem, incf, decf

Operator Description Example
+ Adds two operands (+AB) will give 30
Subtracts second operand from the first (- A B) will give -10
* Multiplies both operands (* A B) will give 200
/ Divides numerator by de-numerator (/ B A) will give 2
mod, rem Modulus Operator and remainder of after an integer division (mod B A) will give 0
incf Increments operator increases integer value by the second argument specified (incf A 3) will give 13
decf Decrements operator decreases integer value by the second argument specified (decf A 4) will

Prädikatsfunktionen

equalp, symbolp, numberp, oddp, evenp

Operator Description Example
equalp Checks if the values of the two arguments are equal (= A B) is not true.
symbolp Checks if the value of the argument is a symbol (symbolp A) is not true
numberp Checks if the value of the argument is a number (numberp A) is true.
oddp Checks if the value of the argument (integer) is odd (oddp A) is not true
evenp Checks if the value of the argument (integer) is even (evenp A) is true

Vergleichsoperatoren

=, /=, >, <, >=, <=, max, min

Operator Description Example
= Checks if the values of the operands are all equal or not, if yes then condition becomes true. (= A B) is not true.
/= Checks if the values of the operands are all different or not, if values are not equal then condition becomes true. (/= A B) is true.
> Checks if the values of the operands are monotonically decreasing. (> A B) is not true.
< Checks if the values of the operands are monotonically increasing. (< A B) is true.
>= Checks if the value of any left operand is greater than or equal to the value of next right operand, if yes then condition becomes true. (>= A B) is not true.
<= Checks if the value of any left operand is less than or equal to the value of its right operand, if yes then condition becomes true. (<= A B) is true.
max It compares two or more arguments and returns the maximum value. (max A B) returns 20
min It compares two or more arguments and returns the minimum value. (min A B) returns 20

 

Logische Operatoren

Hierfür nehmen wir an, A hat den Wert NIL (false) und B hat den Wert 5 (true).

Operator Description Example
and It takes any number of arguments. The arguments are evaluated left to right. If all arguments evaluate to non-nil, then the value of the last argument is returned. Otherwise nil is returned. (and A B) will return NIL.
or It takes any number of arguments. The arguments are evaluated left to right until one evaluates to non-nil, in such case the argument value is returned, otherwise it returns nil. (or A B) will return 5.
not It takes one argument and returns t if the argument evaluates to nil. (not A) will return T.

Danach haben wir die Macro Funktion „defun“ kennen gelernt, um unsere eigenen Funktionen zu definieren. Dies haben wir dann mit der Programmierung eines kleinen Würfelspiels zur Anwendung gebracht.

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